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Die innere Haltung und Einstellung als Berater

27.5.2017

Die WIrtschaftsbeater IHK │

 

Der eine oder Andere wird sich vielleicht fragen „Was hat meine Haltung als Berater mit dem Kunden zu tun. Der Kunde sagt mir, wo ihn der Schuh drückt und ich sage ihm, wie er sein Problem löst und alle sind zufrieden.

 

So kann man´s  sehen und bestimmt kurzfristig Geld damit verdienen. Aber ist das für den Kunden und auch für mich als Berater zielführend?

 

Diese Haltung und Einstellung schürt die Vorurteile gegenüber den Beratern. Es kommen Kommentare wie  „Wer sonst nichts kann berät halt andere“. Oder  „über die Probleme anderer Leute zu reden muss man nicht erst erlernen“: Und im Extremfall „Berater kommen, labern, kassieren, gehen“

 

Beratung kann in entscheidenden Situationen helfen, eine andere unterstützende Sicht auf seine Situation zu bekommen oder neue Wege aufzeigen. Damit für Beratungssuchende ein hilfreicher und wertvoller Prozess stattfinden kann, erfordert es unter anderem einen aufmerksamen und geübten Blick auf das Beratungsgeschehen.

 

Einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf eines Gespräches hat die Haltung des Beraters. Seine Einstellung also, dem Kommunikationsprozess gegenüber, seine Erwartung an sich und die Ratsuchenden.

 

Im Beratungsprozess geht es den Menschen weit mehr als nur um reine Wissensvermittlung. Sie wollen verstehen, eingebunden sein, motiviert und begeistert werden und - in der Eigenverantwortung gestärkt werden.

 

Die Ansätze des Psychologen Carl Rogers aus der Gesprächspsychologie finden auch in der Beratung Einfluss. Die 3 Haltungen die Carl Rogers festlegte, sind

 

  • unbedingte Wertschätzung  (des Beraters für den Klienten)

  • Kongruenz ( Echtheit des Beraters)

  • Empathie (Einfühlungsvermögen)

 

Ausgehend davon, dass wir uns in Beratungen immer mit Systemen beschäftigen (Unternehmen – Abteilungen – Teams – Führungskräfte) möchte ich Ihnen einige wichtige Aspekte wie sie auch in der systemischen Beratung genutzt werden, vorstellen

 

In der Beratungspraxis haben sich Haltungen herauskristallisiert, die als grundsätzliche Annahmen des Beraters oder Beraterin  betrachtet werden können.

 

  • Auffassung über Probleme und deren Lösungen bzw. Veränderungen

  • Subjektivität der Ansichten

  • Kooperative Rollenbeziehung zwischen Berater und Klient

 

Was heißt das im Einzelnen?

Die grundsätzliche Funktion von Beratung ist es, Lösungsmöglichkeiten zu entdecken und nutzbar zu machen. Zielführender ist es also Lösungsvisionen und Lösungsschritte und deren Auswirkungen zu kommunizieren, als über das Problem. Wichtig ist somit,  nicht das Problem zu verstärken, sondern aus ihm herauszuhelfen und für die Ziele des Klienten und nicht für die eigenen zu beraten.

 

Der Klient übersieht oft –da er auf sein Problem fixiert ist- dass er lösungsorientierte Ressourcen schon im Hause hat. Wichtig ist es daher, diese „schlummernden“ Ressourcen zu aktivieren.

 

Die Verantwortung für das Handeln darf der Berater nicht dem Klienten abnehmen. Inhaltliche oder bewertende Stellungnahmen zu Problemen oder Lösungsversuchen sollen immer dem Klienten überlassen werden, mit dem Ziel beim Klienten nützliche Suchprozesse auszulösen.

 

Der Berater präferiert keine eigene Lösung, sondern verhält sich nicht-bewertend gegenüber den Lösungsideen. Die Bewertung und Umsetzung der Lösungen ist dem Klienten überlassen. Die Veränderungen gehen vom Klienten aus. Der Berater begleitet ihn bei der Umsetzung.

 

Das heißt, eine partnerschaftliche Beziehung gestalten um der Berater für einen Experten in eigener Sache zu sein. Der Berater darf nicht die Verantwortung für die Lösung übernehmen, sondern nur für den gemeinsamen Suchprozess.

 

Klienten agieren in Abhängigkeit von ihrer jeweiligen subjektiven Sichtweise und ihrem Anliegen und tragen für ihr Tun die volle Verantwortung.

 

Zusammengefasst ist es für die innere Haltung und Einstellung des Beraters wichtig, das er Authentisch, kongruent ist, sich seinem Klienten gegenüber wertschätzend verhält und ihn auf gleicher Augenhöhe sieht, sich zurücknimmt und seinem Gegenüber Raum und Zeit gibt, zuhört, den Klienten ausreden lässt, nachfragt und auch Feedback gibt.

 

Als Berater hat eines oberste Priorität: Den Menschen ernst zu nehmen. Ihm Respekt entgegenzubringen in all seinem Sein und Tun. Seinen Blick für die persönlichen Stärken zu öffnen und Mut zu machen, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Im Mit- und Füreinander liegt der Schlüssel zum Erfolg.

 

Seien Sie als Berater offen für alles. Und erinnern Sie sich an die eingangs gestellte Frage „Weshalb ist die innere Haltung und Einstellung des Beraters von enormer Bedeutung?“

 

Herzlichst 

Klaus Brandstätter

 

© 2016 Klaus Brandstätter, your servant GmbH

 

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